Mein Karriereweg mit Neurodivergenz
Richard Ohm berichtet über seinen Werdegang und was Neurodivergenz für seinen beruflichen Alltag bedeutet. Als Quereinsteiger kann er heute in einem Umfeld arbeiten, das ihn annimmt, so wie er ist.
Interview mit Richard Ohm
Einfache Zusammenfassung lesen
Wie bist du zu deinem heutigen beruflichen Weg gekommen?
Ich habe ursprünglich als Lehrer im Bereich Gesundheits- und Haushaltspflege angefangen. Vor etwa 20 Jahren habe ich dann die Chance genutzt, in das Facility-Management und später in den Bereich Environment, Health & Safety (EHS) zu wechseln. Diese Rolle verbindet meine Ausbildung mit meiner Leidenschaft für Technik und jeden Tag gibt es neue Herausforderungen.
Was bedeutet Neurodivergenz für dich im Joballtag?
Meine Form von Autismus bringt mit sich, dass ich Dinge oft anders wahrnehme: ich sehe, höre und fühle anders als die meisten Menschen. Das ist kein Nachteil, sondern ein echter Vorteil in meinem Job. Ich liebe es Problemlösungen zu finden. Die Vielfalt der Aufgaben und die Möglichkeit, meine Prioritäten selbst zu setzen, passen sehr gut zu meiner Art zu denken.
Welche Fähigkeiten aus deiner Vergangenheit helfen dir heute besonders
Mein Hintergrund als Lehrer hat mir enorm geholfen: Ich kann komplexe Themen klar erklären, Situationen gut beobachten und Trainingsmaterial entwickeln. Auch technisches Verständnis und die Fähigkeit, starke Präsentationen zu erstellen, sind für meinen Job als EHS Manager entscheidend.
Wie war deine persönliche Entwicklung bei Avery Dennison?
Ich bin erst etwas mehr als zwei Jahre hier, aber jeden Tag lerne ich dazu. Besonders herausfordernd war für mich, zu verstehen, wie ich bei anderen ankomme und ich weiß nicht immer, was ich an meiner Kommunikation verbessern könnte. Dank der Unterstützung meiner Kolleg:innen und externer Coaches kann ich heute viel effektiver arbeiten. Das sichere, wertschätzende Umfeld, in dem ich wirklich ich selbst sein kann, hatte ich so vorher noch nicht erlebt.
Was war die größte Herausforderung, die du angenommen hast?
Das Process Safety Management (PSM)-Programm war komplett neu für mich. Ich hatte weder Fachwissen zu Chemie noch Erfahrung mit globalen Prozessen. Mit der Unterstützung des Teams, Reisen zu anderen Standorten, vielen Fragen und auch einigen Fehlern, habe ich viel dazugelernt.
Welche Rolle spielt Mentoring in deiner Karriere?
Mentor:innen haben mich über Jahre begleitet und mir geholfen, beruflich zu wachsen. Sie haben mich beraten, Türen geöffnet und mir Mut gemacht, neue Wege zu gehen. Ohne sie wäre meine Entwicklung nicht möglich gewesen.
Was macht dir in deiner Rolle am meisten Freude?
Die Zusammenarbeit mit Menschen weltweit, Teil eines starken EHS-Teams zu sein und Lösungen zu finden, die Kolleg:innen helfen, sicher und nachhaltig zu arbeiten.
Was sind deine nächsten Schritte?
Ich möchte weiter lernen, besser zuhören, Feedback annehmen und aktiv meine Karriere gestalten. Und vor allem: meine Neurodivergenz als Stärke nutzen. Bei Avery Dennison fühle ich mich als Mensch gleich wertgeschätzt, unabhängig von Hintergrund, Geschlecht oder Behinderung.
Originalartikel in EnglischEinfache Zusammenfassung
- Richard Ohm erzählt von seinem Berufsweg. Er war zuerst Lehrer. Später wechselte er in einen neuen Bereich. Er kümmerte sich um Gebäude und Arbeitsplätze. Das nennt man Facility-Management. Heute arbeitet er im Bereich Umwelt, Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz. Dort hilft er mit, dass Menschen sicher und nachhaltig arbeiten können.
- Richard hat Autismus. Das bedeutet: Er nimmt Dinge oft anders wahr als viele andere Menschen. Für ihn ist das eine Stärke. Er findet gerne Lösungen für Probleme. Er mag die Abwechslung im Job. Und er arbeitet gut, wenn er seine Aufgaben selbst ordnen kann.
- Bei Avery Dennison arbeitet er seit etwas mehr als ein Jahr. Am Anfang war es für ihn schwer zu wissen, wie seine Kommunikation bei anderen ankommt. Seine Kolleginnen und Kollegen helfen ihm dabei. Auch externe Coaches helfen ihm. (Ein Coach unterstützt beim Lernen und bei der Entwicklung.) Wichtig waren für ihn auch Mentorinnen und Mentoren. Das sind erfahrene Personen, die beraten und Mut machen. Richard möchte weiter lernen, gut zuhören und Rückmeldungen annehmen. Und er will seine Stärken durch Autismus bewusst nutzen.
Avery Dennison als Arbeitgeber
Avery Dennison schätzt Vielfalt im Unternehmen und wünscht sich ausdrücklich Bewerbungen von Menschen mit Behinderungen. Deshalb sind sie auch Partner der inklusiven Jobbörse myAbility.jobs.
Barrierefreie Jobsuche
Starte jetzt deine Karriere ohne Barriere auf myAbility.jobs!
Unternehmen auf unserer Jobplattform freuen sich über Bewerbungen von Menschen mit Behinderungen & chronischen Erkrankungen.
Inklusive Jobplattform