Bewerben mit KI: Tipps für Jobsuchende mit Behinderungen
Künstliche Intelligenz (KI) ist aus dem Arbeitsalltag kaum noch wegzudenken. Zahlreiche Berufstätige nutzen KI-Programme wie ChatGPT, Google Gemini oder Claude inzwischen für verschiedene Arbeitsprozesse, um Aufgaben strukturierter und schneller zu erledigen. Auch für den Bewerbungsprozess kann KI hilfreich sein. Dieser Beitrag erklärt dir, wie und wo du KI dabei sinnvoll einsetzen kannst.
KI-Bewerbung mit Behinderung: So nutzt du KI im Bewerbungsprozess
Für Menschen mit Behinderungen, chronischen Erkrankungen oder Neurodivergenz kann KI bei der Jobsuche als wertvolle Unterstützung dienen, um Stress zu reduzieren und mögliche Hürden im Bewerbungsprozess abzubauen. Wenn du also auf Jobsuche bist, kann KI dich mit Bewerbungsschreiben, Lebenslauf oder Bewerbungsfoto unterstützen. Auch für die Vorbereitung auf dein Vorstellungsgespräch oder zur Analyse von Stellenanzeigen kannst du KI verwenden.
Gleichzeitig gibt es beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz aber einige Dinge zu beachten. Im Folgenden erhältst du dazu konkrete Tipps und praktische Prompt-Beispiele.
Hinweis zur Nutzung von KI-Tools:
In diesem Artikel werden KI-gestützte Tools wie ChatGPT als mögliche Hilfsmittel beim Bewerbungsprozess erwähnt. Wir verstehen, dass der Einsatz solcher Technologien kontrovers diskutiert wird und dass es berechtigte Kritik gibt (insbesondere in Bezug auf Datenschutz, Bias, Umweltbelastung oder Abhängigkeit von großen Anbietern). Unsere Hinweise sollen lediglich als optionale Unterstützung dienen und ersetzen keine persönliche Beratung oder individuelle Anpassung. Die Entscheidung, welche Tools du nutzen oder ob du KI überhaupt verwenden möchtest, liegt ganz bei dir.
Bewerbung mit KI: Chancen und Grenzen
Was ist KI und wie funktioniert sie?
KI ist eine Technologie, die mit großen Datenmengen und mathematischen Modellen arbeitet. Diese sogenannten „Large Language Models“ wurden mit vielen Texten trainiert, um selbst Texte erstellen zu können. Wenn du die KI also einen Text schreiben lässt, berechnet sie, welches Wort mit hoher Wahrscheinlichkeit als nächstes folgt.
So entstehen zwar schnell ganze Texte, diese können aber aufgrund der angestellten Wahrscheinlichkeitsrechnung fehlerhaft sein oder Inhalte stark verallgemeinern. Darum solltest du KI-generierte Texte immer sorgfältig prüfen: Stimmen die Fakten? Kennst du die vorgeschlagenen Wörter und benutzt du sie auch selbst regelmäßig?
Was ist „Prompten“?
Damit dir die KI ein gutes Ergebnis für deinen Bewerbungsprozess liefert, ist das richtige Prompten wichtig. Ein Prompt ist die Eingabe, mit der du der KI sagst, was du möchtest. Je genauer dein Prompt ist, desto besser wird das Ergebnis.
Statt: „Erstelle mir ein Anschreiben.“ Besser: „Schreibe ein höfliches Anschreiben für eine Bewerbung als Projektmanager:in im Bereich IT. Verwende einfache Sprache und einen inklusiven Ton. Fokus auf Teamarbeit, Organisation und digitale Kompetenzen.“
Gutes Prompten beinhaltet:
- Genau formulieren, was du willst
- Ziel, Ton und Stil benennen
- Kontext mitliefern
Wichtig: KI liefert nur Vorschläge. Am Ende entscheidest aber immer du selbst, was du übernimmst. Die besten Bewerbungen entstehen aus einer Kombination aus KI-Unterstützung und deiner eigenen Persönlichkeit.
Tipp: Lies dir jeden Text laut durch. Klingt er nach dir? Dann passt er.
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Newsletter abonnierenWelche KI kannst du für deine Bewerbungen nutzen
Für die Bewerbung mit KI stehen dir verschiedene Anwendungen zur Verfügung. Dabei gibt es sowohl kostenlose als auch kostenpflichtige Varianten. Für die meisten Bewerbungsaufgaben reichen kostenlose KI-Tools aber völlig aus.
Kostenlose KI-Tools
Kostenlose KI-Tools eignen sich gut dazu, um einen Lebenslauf oder ein Anschreiben zu entwerfen. Die Sicherheit deiner Daten ist dabei zu bedenken (Siehe auch Datenschutz). Optional unterstützen sie bei der Umformulierung von Texten oder bei der Rechtschreibprüfung. Die Analyse von Stellenanzeigen und Stellenprofilen funktioniert mit den kostenlosen Tools ebenfalls reibungslos.
| Tool | Details |
|---|---|
| ChatGPT | ChatGPT ist das bekannteste KI-Tool. Es ist sehr einfach zu bedienen und wird oft als „Einsteiger-Tool“ bezeichnet. |
| Claude | Claude klingt am „menschlichsten“ und funktioniert besonders gut für die Analyse von Stellenanzeigen. |
| Google Gemini | Mit Google Gemini kannst du Texte direkt in Google Docs erstellen lassen und musst nicht zwischen KI und Word-Dokument umherschalten. |
| Microsoft Copilot | Microsoft Copilot ist direkt in Microsoft-Anwendungen wie Word integriert. |
| Notebook LM | Notebook LM arbeitet ausschließlich mit Dokumenten, die du selbst hochlädst. Dadurch ist das Risiko falscher oder verzerrter Ergebnisse gering. |
Kostenpflichtige KI-Tools
Die genannten kostenlosen Tools sind allesamt auch in kostenpflichtigen Erweiterungen verfügbar. Im Schnitt kosten diese ab 20 Euro im Monat (Stand März 2026). Da sie über leistungsstärkere Modelle als die kostenlosen Versionen verfügen, liefern sie oft präzisere Ergebnisse. Allerdings eignen sich kostenpflichtige KI-Tools vor allem für umfangreiche Bewerbungsunterlagen, komplexe Analysen von Stellenanzeigen und die Vorbereitung auf anspruchsvolleBewerbungsgespräche.
Tipp: Starte mit kostenlosen Angeboten und wechsle nur bei Bedarf zu kostenpflichtigen.
KI im Bewerbungsprozess sinnvoll einsetzen
KI-Tools können dich in allen Phasen deiner Bewerbung unterstützen. Das beginnt beim Finden von Stellenangeboten und endet mit der Vorbereitung auf das Bewerbungsgespräch. Im Folgenden findest du die wichtigsten Schritte im Überblick:
Stellenanzeigen mit KI analysieren
Du kannst KI aktiv dazu verwenden, um offene Stellen zu suchen und diese im Anschluss mit Blick auf dein eigenes Jobprofil analysieren zu lassen. KI hilft dir, zu verstehen, worauf es den jeweiligen Arbeitgebenden wirklich ankommt bzw. welches Profil für eine Stelle besonders erwünscht ist.
Beispiel-Prompt: „Analysiere diese Stellenanzeige und fasse die wichtigsten Anforderungen zusammen. Gib mir fünf Hinweise, worauf ich im Anschreiben besonders eingehen sollte. Meine Hauptqualifikationen sind: [Stichpunkte].“
Tipp: Auf myAbility.jobs sind KI-Funktionen direkt in die Plattform integriert. Bei jeder Stellenanzeige erhältst du gleich zu Beginn eine leicht verständliche Zusammenfassung sowie einen Überblick über die wichtigsten Vorteile, die das Unternehmen bietet.
Barrierefreie Jobsuche
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Unternehmen auf unserer Jobplattform freuen sich über Bewerbungen von Menschen mit Behinderungen & chronischen Erkrankungen.
Inklusive JobplattformLebenslauf mit KI erstellen
KI hilft dir auch, deinen Werdegang und deine Fähigkeiten strukturiert wiederzugeben. Der Vorteil: Deine Stärken können auf diese Weise besonders gut hervorgehoben werden.
Beispiel-Prompt: „Erstelle einen übersichtlichen Lebenslauf für eine Bewerbung als [Jobtitel]. Meine Berufserfahrung: [Stichpunkte]. Meine Ausbildung: [Stichpunkte]. Bitte in klarer Sprache und ohne Übertreibungen.“
Tipp: Lass dir immer mehrere Varianten erstellen (drei bis fünf) und wähle die, die am besten zu dir passt.
Bewerbungsanschreiben mit KI erstellen
Auch beim Verfassen deines Anschreibens kann dich KI unterstützen. Da sich ein gutes Anschreiben aber vor allem durch deine eigene Motivation auszeichnet, solltest du den KI-Entwurf immer selbst umformulieren. So klingt deine Bewerbung nicht zu allgemein und wie jede andere KI-generierte Bewerbung.
Beispiel-Prompt für barrierebewusste Formulierungen: „Schreibe ein professionelles Bewerbungsschreiben für die Stelle als [Jobtitel]. Wichtig sind mir eine inklusive Sprache und ein motivierender Ton. Formuliere mein Anschreiben so, dass meine Kompetenzen im Mittelpunkt stehen.“
Umgang mit Lücken, Teilzeit und Unterbrechungen
Nicht jeder Lebenslauf verläuft geradlinig. Lücken, Teilzeitphasen oder berufliche Neuorientierungen können viele Gründe haben. Du kannst KI hier nutzen, um diese Lücken sachlich zu erklären
Beispiel-Prompt: „Erstelle Formulierungen, die meine Teilzeit-Erfahrung positiv und kompetenzorientiert darstellen.“
Interviewvorbereitung mit KI
Wenn du von einem Unternehmen bereits positive Rückmeldung zu deiner Bewerbung bekommen hast und du zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen wurdest, dient KI als wertvoller Dialogpartner. Du kannst den Chatbot der KI dazu nutzen, um dich auf typische Fragen vorzubereiten oder gar das Bewerbungsgespräch durchzuspielen.
Beispiel-Prompt: „Simuliere ein Bewerbungsgespräch für die Stelle als [Jobtitel] in einer [Branche-]Firma. Du bist mein zukünftiger Arbeitgebender. Stelle mir typische Fragen und gib mir Feedback auf meine Antworten.“
Wie hilft KI bei Diskriminierung im Bewerbungsprozess?
Vorurteile und Diskriminierung können im Bewerbungsprozess eine Rolle spielen. Jobsuchende mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen erleben diese häufiger als andere. (Artikel: Bewerbung mit Behinderung: Tipps aus unserer Umfrage zur Jobsuche)
Auch KI-Systeme sind von solchen Vorurteilen nicht frei, weil sie auf von Menschen verfassten Trainingsdaten beruhen. Im Bewerbungsprozess kann das dazu führen, dass manche Bewerbungen nicht fair bewertet werden.
Beispiele für Vorurteile im Bewerbungsprozess: Typische Situationen
Bei Vorurteilen werden Lücken im Lebenslauf zum Beispiel vorschnell negativ interpretiert. Manchmal wird auch der Wunsch nach Teilzeit mit geringerer Belastbarkeit gleichgesetzt. Oder direkte Kommunikation wird als Kennzeichen einer ‚schwierigen Person‘ missverstanden. Zusätzlich können sichtbare Hilfsmittel oder Assistenztechnik auf Fotos unbewusst Vorannahmen auslösen.
Solche Situationen sind für Betroffene belastend. Wichtig ist jedoch zu wissen: Diese Reaktionen sagen nichts über deine Fähigkeiten aus! Meistens fehlt es nur an Wissen und Berührungspunkten. Als Experte oder Expertin in eigener Sache kannst du falsche Vorannahmen selbstbewusst und lösungsorientiert aufklären.
Wie KI helfen kann, Vorurteilen zu begegnen
KI kann dabei unterstützen, Formulierungen zu testen, verschiedene Varianten auszuprobieren und Antworten auf kritische Fragen vorzubereiten. So kannst du sicherer auftreten und deine Kompetenzen selbstbewusst vermitteln. Außerdem kannst du mithilfe der KI typische Fragen aus Bewerbungsgesprächen einüben und so möglichen Vorurteilen gut vorbereitet begegnen. Denn gerade im Vorstellungsgespräch treten häufig unangenehme Fragen auf.
Beispiel-Prompts:
- „Erstelle mir drei Varianten, um meine Teilzeit-Erfahrung professionell darzustellen. Formuliere meine Berufserfahrung so, dass meine Kompetenzen im Vordergrund stehen und keine negativen Aussagen entstehen.“
- „Hilf mir, eine kurze und sachliche Antwort auf die Frage zu formulieren, wie belastbar ich bin.“
Wichtig: KI kann dir bei Diskriminierung im Bewerbungsprozess helfen. Sie ersetzt jedoch keine rechtliche Beratung oder psychosoziale Begleitung. Wenn du dich im Hinblick auf Vorurteile unsicher fühlst, hol dir Unterstützung. Bei Diskriminierung gibt es etwa in Deutschland und Österreich spezialisierte Anlaufstellen, die vertraulich beraten und unterstützen.
Bewerbungsfoto und KI: Was ist sinnvoll und was nicht?
Für Menschen mit sichtbaren Behinderungen kann das Thema Bewerbungsfoto sensibel sein. Die Entscheidung, wie deutlich persönliche Merkmale oder Hilfsmittel auf dem Foto erkennbar sein sollen, ist sehr individuell. Hier gibt es kein Richtig oder Falsch. Ob du deine Behinderung oder chronische Erkrankung in der Bewerbung offenlegen möchtest, entscheidest du selbst. Ein paar Vor- und Nachteile zu diesem Thema findest du im Artikel Behinderungen im Bewerbungsprozess ansprechen? 5 Tipps. Wenn du allerdings KI nützt, um ein Foto von dir erstellen zu lassen, gelten klare Regeln: Leichte technische Verbesserungen sind erlaubt, starke bildliche Veränderungen nicht.
| Leichte technische Verbesserungen betreffen: | Vorsicht geboten: |
|---|---|
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Welche KI-Tools eignen sich für die Bildbearbeitung?
Für die Bildbearbeitung brauchst du keine speziellen KI-Tools. Viele der bekannten kostenlosen und kostenpflichtigen KI-Anwendungen bieten einfache Bildfunktionen an, wobei kostenpflichtige Modelle bessere Bilder erstellen. Zusätzlich gibt es spezialisierte KI-Foto-Tools wie den kostenlosen Canva Foto-Editor. Damit kannst du auch ohne Vorkenntnisse hochwertige visuelle Inhalte erstellen.
Gibt es bei Bildern besondere Datenschutzprobleme?
Bei der Erstellung von Bewerbungsfotos mit KI ist der Datenschutz sehr wichtig. Bewerbungsfotos enthalten Informationen über Körper-Merkmale und gelten daher als besonders schützenswert. Lade Fotos nur bei vertrauenswürdigen Anbietern hoch und schau in den Datenschutzbestimmungen, ob die Bilder gespeichert oder zum Training von KI-Modellen weiterverwendet werden. Leider ist das bei fast allen gängigen Tools der Fall, du kannst diese Funktion aber in den Einstellungen ausschalten.
Datenschutz und sensible Daten bei der Bewerbung mit KI
Neben den speziellen Anforderungen von Bildern spielt Datenschutz bei KI im Bewerbungsprozess generell eine zentrale Rolle. Die meisten KI-Tools speichern eingegebene Texte zumindest kurzfristig, um ihre Systeme zu verbessern und ihre Modelle zu trainieren. Je vorsichtiger du daher mit sensiblen Informationen umgehst, desto besser schützt du deine Privatsphäre. Besonders schützenswert sind Informationen zu Gesundheit, Diagnosen, Therapien, Behinderungen, chronischen Erkrankungen sowie psychischer Belastung.
Wie kann ich meine Daten bei Bewerbung mit KI effektiv schützen
Arbeite in KI-Tools am besten mit Platzhaltern und allgemeinen Formulierungen. Du kannst zum Beispiel schreiben: „aus gesundheitlichen Gründen“, „aus persönlichen Gründen“ oder „wegen einer privaten Auszeit“, ohne konkrete Details zu nennen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Anonymisierung. Entferne sämtliche Namen von Arbeitgebenden, Kolleg:innen, Projekten oder ehemaligen Kund:innen, bevor du Prompts eingibst oder Texte in ein KI-Tool kopierst. Vermeide auch das Eingeben von Ortsangaben, Telefonnummern, E-Mail-Adressen oder Unternehmensinformationen in KI-Anfragen.
Beispiel-Prompt für die Überarbeitung eines Lebenslaufes: „Überarbeite diesen anonymisierten Lebenslauftext für eine [Branche-]Firma sprachlich und strukturell, ohne persönliche Details zu erwähnen: [Text einfügen].“
Tipp: Gib nur so viele Informationen preis, wie unbedingt nötig sind. Verrate nichts, was zu persönlich ist.
Fazit: Bewerbung mit KI erstellen
KI kann den Bewerbungsprozess deutlich erleichtern. Sie hilft beim Stellensuchen, Analysieren von Jobprofilen, Erstellen von Lebensläufen und Anschreiben, Strukturieren der Texte sowie Vorbereiten auf das Vorstellungsgespräch. Menschen mit Behinderungen, chronischen Erkrankungen oder Neurodivergenz können auf diese Weise Stress bei der Jobsuche reduzieren und ihre Stärke besser hervorheben. Allerdings ist es wichtig, KI im Bewerbungsprozess bewusst und kritisch einzusetzen.
Checkliste: KI sinnvoll für deine Bewerbung nutzen
- Ziel festlegen: Überlege dir vorab, was du mit der KI erreichen willst: Lebenslauf strukturieren, Anschreiben formulieren, Stellenanzeige analysieren oder Interviewfragen üben.
- Kontext liefern: Gib der KI genaue Informationen zu Job, Branche, Stellenanforderungen, Ton und Stil. Je genauer dein Prompt ist, desto besser wird das Ergebnis.
- Mehrere Versionen erstellen lassen: Lass dir verschiedene Varianten vorschlagen und vergleiche sie. So findest du die Formulierungen, die wirklich zu dir passen.
- Sprache vereinfachen: Bitte die KI um kurze Sätze und verständliche Sprache. Das erhöht die Lesbarkeit deiner Bewerbung und zeigt, dass dir Barrierefreiheit wichtig ist.
- Texte personalisieren: Überarbeite den KI-Text eigenständig, indem du eigene Erfahrungen, Beispiele und Formulierungen ergänzt. So bleibt deine Bewerbung authentisch.
- Auf Bias und Ton achten: Prüfe, ob die Texte inklusiv und frei von problematischen Zuschreibungen sind.
- Datenschutz berücksichtigen: Gib keine sensiblen Daten, medizinische Diagnosen oder andere vertraulichen Informationen in KI-Tools ein. Arbeite stattdessen mit Platzhaltern und anonymisierten Angaben.
- Ergebnisse kritisch prüfen: Schau dir jeden Text genau an. Kontrolliere, ob die Aussagen korrekt sind. Korrigiere Textpassagen und passe sie persönlich an.
- Finale Version laut lesen: Klingt der Text nach dir? Wenn ja, ist er bereit für den Versand. Wenn nein, musst du ihn nochmal überarbeiten und anschließend den Text erneut laut vorlesen.
FAQ: Die 5 häufigsten Fragen zur Bewerbung mit KI
- Ist KI im Bewerbungsprozess erlaubt? Ja. KI ist ein Hilfsmittel. Wichtig ist, dass du die Inhalte verstehst und verantwortungsvoll nutzt.
- Darf ich KI nutzen, um mein Bewerbungsfoto zu bearbeiten? Ja, leichte Korrekturen sind erlaubt. Starke Veränderungen oder Täuschungen solltest du aber vermeiden.
- Kann ich meine Behinderung oder chronische Erkrankung beim Prompten angeben? Medizinische Details oder persönliche Gesundheitsinformationen solltest du nie in KI-Tools eingegeben. Arbeite stattdessen mit allgemeinen Formulierungen und Platzhaltern.
- Wie kann KI mir helfen, wenn ich Barrieren erlebe? KI kann dir helfen, Gespräche vorzubereiten, E-Mails zu formulieren und deine Rechte klar und sachlich zu kommunizieren.
- Wie verhindere ich, dass mein Anschreiben nach KI klingt? Überarbeite jeden Textvorschlag eigenhändig. Achte darauf, dass der Text nicht zu monoton klingt (viele Aufzählungen) oder zu vage ist (so dass er auf jede:n Jobsuchende:n passen würde).
Weiterführende Quellen
- AlgorithmWatch: Gemeinnützige Initiative zur Stärkung von Menschenrechten durch KI
- Antidiskriminierungsstelle des Bundes (Deutschland): Informationen zu Diskriminierung im Bewerbungsprozess, inklusive Details zu rechtlichem Schutz und Beratung
- Behindertenanwaltschaft (Österreich): Unterstützung bei Benachteiligung wegen Behinderung
- Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (Deutschland): DSGVO, Bewerbungsdaten, Datenschutzrechte
- Datenschutzbehörde (Österreich): Überblick über die gemeinsamen Leitlinien der Datenschutzbehörden
- Fraunhofer IAIS: Forschung zu KI sowie algorithmischer Fairness und Diskriminierung
- Gleichbehandlungsanwaltschaft (Österreich): Kostenlose und vertrauliche Beratung bei Diskriminierung in Bewerbungsverfahren
- OECD: Leitlinien zu KI, Fairness, Inklusion und Diskriminierungsschutz