Studie zur Offenheit im Bewerbungsprozess

Die britische Organisation Great With Disability hat eine breit angelegte Studie zur Offenheit im Bewerbungsprozess veröffentlicht. Eine empfehlenswerte Lektüre für Jobsuchende und Unternehmen! Wir haben die interessantesten Ergebnisse und Handlungsempfehlungen zusammengefasst.

Zeichnung: 2 Personen. Gespräch über Behinderung

Studie aus Großbritannien

Viele unserer Partnerunternehmen berichten davon, dass BewerberInnen ihre Behinderung im Bewerbungsprozess nicht offen angeben, obwohl das Unternehmen gezielt Menschen mit Behinderung einstellen möchten. Vorsicht herrscht insbesondere bei Studierenden und HochschulabsolventInnen. Die britische Organisation Great With Disability hat eine breit angelegte Studie zu dieser Thematik veröffentlicht (befragt wurden ca. 1000 Studierende mit Behinderung). Die Ergebnisse decken sich mit unseren Erfahrungen und die Handlungsempfehlungen sind auch für Jobsuchende mit Behinderung und Unternehmen in Österreich passend. 

76 % der Befragten hatten Bedenken was die Offenheit über ihre Behinderung anbelangt; die größte Sorge in dieser Zielgruppe war die Angst vor Diskriminierung(77 %).

57 % der Studierenden sehen aber auch potenzielle Vorteile, wenn sie offen mit ihrer Behinderung umgehen. Als größter Nutzen wird wahrgenommen, dass man ehrlich sein kann. (78%)

81 % der StudienteilnehmerInnen würden zukünftige Arbeitgeber eher über ihre Behinderung informieren, wenn dieser ihnen durch beratende Organisationen als „disability confident“ (informiert und sicher zum Thema Behinderung) empfohlen wird.

Diese Faktoren fördern Offenheit

  • Informationen über die Unterstützungsbereitschaft der Unternehmen auf deren Website (71 %)
  • durch die Unternehmen über die Vorteile von Offenheit informiert zu werden (71%)
  • von jenen zu hören, die sich offen und erfolgreich bei den Unternehmen beworben haben (70%)
  • Möglichkeit eines persönlichen Gesprächs oder E-Mails am Beginn des Bewerbungsprozesses, um direkt zu kommunizieren (70 %)

Empfehlungen für Jobsuchende mit Behinderung

  • BewerberInnen sollten sich über die Vorteile und die Formen der Unterstützungen und Arbeitsplatzanpassungen bewusst sein.
  • Es ist eine individuelle Entscheidung, welche Informationen die BewerberInnen mitzuteilen bereit sind und auch welche Informationen für den potenzielleN ArbeitgeberIn überhaupt relevant sind.
  • Durch das Verfassen eines Offenheits-Statements - mit den nötigen Informationen zur Behinderung, Implikationen auf den Bewerbungsprozess und den zukünftigen Arbeitsplatz - können  die Jobsuchenden zukünftige ArbeitgeberInnen selbstbewusst informieren.
  • Auf die eigenen Stärken und Fähigkeiten konzentrieren. Insbesondere solche, die man durch den Umgang mit der Behinderung erworben hat.

Empfehlungen für Unternehmen

  • Employer Branding als „disability confident“ durch klare und barrierefreie Kommunikation auf dem allgemeinen Internetauftritt und den Recruitingseiten.
  • Kommunikation auf allen Kanälen für BewerberInnen zu den Vorteilen der Offenheit sowie den möglichen Problemen für BewerberInnen und Unternehmen, wenn man die Chance zur offenen Kommunikation nicht wahrnimmt.
  • Datenschutz und Vertraulichkeit gewährleisten
  • Best Practice Beispiele von MitarbeiterInnen mit Behinderung
  • Informationen an die BewerberInnen, wie, wann und wo sie Ihre Behinderung angeben sollen. Es sollte eine Auswahl an Herangehensweisen geben (Bewerbungsbogen, E-Mail, Bewerbungsschreiben, Telefon), um es den BewerberInnen so einfach wie möglich zu machen, diese sehr persönliche Information mitzuteilen.

Quelle:
Newsartikel auf www.enablemagazin.co.uk :

Great with Disability

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