Allyship: Verbündete:r für Menschen mit Behinderungen im Unternehmen werden

Inklusion im eigenen Unternehmen vorantreiben – davon haben alle Mitarbeiter:innen etwas. Wie man sich gemeinsam mit und für Kolleg:innen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen stark macht.

Viele Hände werden in die Höhe gestreckt. Darüber steht: "Ein Ally sein"

Menschen mit Behinderungen wird die Teilhabe am Arbeitsleben durch fehlende Barrierefreiheit und Vorurteile erschwert. Gerade in Führungspositionen sind Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen kaum vertreten. Das heißt: Dort, wo Entscheidungen getroffen werden, fehlen ihre Perspektiven oft ganz. In Situationen wie diesen, können Allys (auf deutsch: Verbündete) eine wichtige Rolle einnehmen. Ally sein bedeutet in diesem Zusammenhang: Nichtbehinderte Menschen setzen sich für die Rechte von Menschen mit Behinderungen ein. Doch wie funktioniert das?

Warum brauchen wir Allys?

Es passiert im Freundeskreis, in Regierungsgesprächen oder bei Abstimmungen unter Vorgesetzten: Auf die Rechte von Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen wird vergessen, Stereotype werden reproduziert, die Exklusion aus der Gesellschaft dadurch weiter verstärkt. Gerade in Umgebungen, zu denen Menschen mit Behinderungen noch kaum Zutritt haben, können Allys oder Verbündete helfen, dem entgegenwirken.

Doch nicht nur dort sind sie wichtig. Es gibt Situationen, in denen Menschen mit Behinderungen zwar anwesend sind, ihnen aber die mentalen Ressourcen fehlen, sich (mal wieder) für die eigenen Rechte einsetzen zu müssen. Inklusion und Teilhabe voranzutreiben ist ein gesamtgesellschaftliches Interesse, denn alle Menschen profitieren von gleichberechtigtem Zugang. Auch deswegen braucht es Allys, die bei Ableismus – also der Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen – ihre Stimme erheben.

Werde zum ALLY – eine Grafik, hier steht: A: Achte und respektiere individuelle Erfahrungen und Fähigkeiten. L: Lerne mehr über das Thema Behinderungen in seiner Vielfalt. L: Lenke deine Bestrebungen auf die Förderung von Inklusion. Y: Yield the floor: Ebne den Weg für Menschen mit Behinderungen in deinem Unternehmen und baue Barrieren ab.

Verbündete:r im eigenen Unternehmen sein

Wer sich gemeinsam mit Kolleg:innen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen für mehr Inklusion im eigenen Unternehmen stark machen möchte, sollte ein paar Dinge beachten.

A…Achte und respektiere individuelle Erfahrungen und Fähigkeiten

Wenn du als Ally Kolleg:innen mit Behinderungen zur Seite stehen möchtest, ist es wichtig

  • dass du ihre Geschichten und Perspektiven anhörst
  • dass ihr gemeinsam an Lösungen arbeitet

Menschen mit Behinderungen wissen selbst am besten über ihr eigenes Leben Bescheid. Es ist wichtig, sie in diesem Sinne als Expertinnen anzuerkennen. Die Kommunikation soll respektvoll und auf Augenhöhe stattfinden.

L… Lerne mehr über das Thema Behinderungen in seiner Vielfalt

Jede Person ist anders, das trifft auch auf Personen mit Behinderungen zu. Jeder Mensch lebt und arbeitet unter unterschiedlichen Voraussetzungen, mit unterschiedlichen Einstellungen oder technischen Werkzeugen. „Die Blinden“ oder „die Rollstuhlnutzer:innen“ gibt es nicht, denn alle Menschen haben andere Bedürfnisse, Ansprüche und Arbeitsweisen. Je mehr du dich mit dem Thema Behinderungen auseinandersetzt, desto leichter wird es dir fallen, fehlende Barrierefreiheit zu erkennen und hilfreiche Lösungen vorzuschlagen.

L… Lenke deine Bestrebungen auf die Förderung von Inklusion

Wenn du dich aktiv zu Inklusion im Unternehmen bekennst, ist dein erster wichtiger Schritt geschafft. Danach geht es darum, eigene Privilegien zu erkennen und diese aktiv zu nutzen: In welchen Kreisen bist du unterwegs? Werden Personen anderer Hintergründe dort aktiv oder passiv ausgeschlossen? Gerade dort, wo der eigene Spielraum groß ist, kann man als Ally viel bewegen. Ob in der Kaffeepause mit Kolleg:innen oder beim Meeting unter Vorgesetzten.

Y… Yield the floor: Ebne den Weg für Menschen mit Behinderungen in deinem Unternehmen und baue Barrieren ab

Reflektiere den Umgang mit Inklusion im eigenen Unternehmen: Wie steht es um eine inklusive Unternehmenskultur? Wie wird über Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen gesprochen? Gibt es Bestrebungen, sich dieser Gruppe von Arbeitnehmer:innen (weiter) zu öffnen? Trage zu einem Umdenken bei, indem du diese Fragen auf den Tisch bringst und gemeinsam mit Kolleg:innen besprichst. Setze dich für mehr Barrierefreiheit ein, auch wenn es aktuell noch niemand zu benötigen scheint. Werden Entscheidungen getroffen, sollten Expert:innen miteinbezogen werden. Ganz nach dem Motto: „Nichts über uns ohne uns!"

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